Feministische SB/SV-Trainerinnen


              
Alle Trainerinnen, die im Bundesfachverband Feministische Selbstbehauptung und Selbstverteidigung Mitglied sind haben einen feministischen Hintergrund und verfügen über eine Zusatzausbildung/Weiterbildung oder langjährige Erfahrung als Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstrainerin. Im BVFeSt e.V. vernetzt sind Trainerinnen, die nach dem Konzept des Wendo - Women do it! - arbeiten oder nach dem Konzept "Jede Frau und jedes Mädchen kann sich wehren".


Für alle gilt: 


  • Wissen um Täter-Opferdynamik
  • Kenntnisse über Gruppenpädagogik
  • den kompetenten Umgang mit von Gewalt Betroffenen
  • fundierte Kenntnisse über Rechte der Selbstbestimmung
  • Auseinandersetzung mit verschiedenen Lebensformen
  • Kenntnisse über Beratungsstellen und Hilfsangebote vor Ort
  • Wissen um rechtliche Grundlagen
  • Repertoire von SV / SB-Strategien und körperlichen Techniken, die effektiv und der Situation angemessen sind
  • schätzen ihre fachlichen Kompetenzen realistisch ein
  • besitzen Zusatzqualifikationen für spezifische Zielgruppen
  • reflektieren sich selbst in Bezug auf Geschlechteridentität, Geschlechterrollen, FrauSein und ihren Sprachgebrauch
  • setzen sich theoretisch mit gesellschaftlichen Gewaltstrukturen auf verschiedenen Ebenen und sexueller Gewalt im Geschlechterverhältnis auseinander
  • vernetzen sich und stehen im Fachaustausch mit anderen Trainerinnen.

 

Qualitätsstandards von Angeboten

Für die Arbeit in der Gewaltprävention sind Qualitätsstandards wichtig und notwendig.

Für Kurse/Angebote von Feministischer Selbstbehauptung und Selbstverteidigung gilt:

  • Stärkung des Selbstvertrauens, der Handlungssicherheit und damit des  Sicherheitsgefühls der Teilnehmerinnen
  • Schulung der Wahrnehmung
  • Aufzeigen verbaler, körperlicher und körpersprachlicher Möglichkeiten der Gefahrenabwehr durch das Erleben der eigenen körperlichen Kraft und mentalen Stärke
  • Erlernen von subjektiv sinnvollen und anwendbaren Selbstbehauptungsstrategien und Selbstverteidigungsmöglichkeiten
  • Schaffung einer Atmosphäre, in der alle konkreten Erfahrungen der Mädchen und Frauen ernst genommen und ihre bisherigen Handlungsstrategien wertgeschätzt werden
  • Sensibilisierung für Gewaltsituationen
  • Eigenverantwortung für das Leben erkennen und übernehmen
  • Isolation aufheben und Solidarität fördern
  • Information über Gewalt und deren Folgen (Mythos abbauen) vermitteln
  • Schuldzuweisungen und -gefühlen auf Seiten der Frauen und Mädchen entgegenwirken
  • Tauglichkeit der Gegenwehr in Alltagssituationen
  • Aufzeigen von Hilfsangeboten bezüglich (sexualisierter) Gewalt
  • Vermitteln von Spaß am gemeinsamen Erleben in einer Frauen bzw. Mädchengruppe
  • Ich-Stärke erfahrbar machen durch das Vorbild der Trainerinnen
  • Klarstellen, dass Gewalt kein individuelles Problem ist
  • Sexuelle und diskriminierende Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse stellen.

 

Zertifizierung Trainerin

Die Arbeitsgruppe Standards und Richtlinien, die sich seit 2015 mit dem Anerkennungsverfahren für Ausbilderinnen befasst hat, wird 2020 auf der Jahreshauptversammlung die Richtlinien und Standards für ein Zertifizierungsverfahren für Trainerinnen vorstellen. Wenn diese verabschiedet sind, dann werden sie hier veröffentlicht.